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Zeugniscodes - Welche Formulierung ist welche Note?

Jeder Arbeitgeber, der seinen Arbeitgeber wechselt, kennt es: Das Arbeitszeugnis. Nach dem Gesetz soll es wohlwollend formuliert sein und darf den weiteren beruflichen Weg des Beurteilten nicht unnötig erschweren. Die Unternehmen verstecken daher manche Botschaft zwischen den Zeilen.

Die meisten Zeugnisse haben heute bei vielen Personalern keine hohe Relevanz. Vielen gelten für sie als reine Gefälligkeitszeugnisse. Aus gutem Grund: Knapp 90 Prozent werden mit den Noten gut und sehr gut ausgestellt. Trotzdem gehören die Arbeitszeugnisse natürlich weiterhin zur selbstverständlichen Beigabe jeder Bewerbung.
Zwar dürfen in den Zeugnissen laut §109 Absatz 2 der Gewerbeordnung keine Formulierungen enthalten sein, aus denen sich noch etwas anderes herauslesen lässt, als eine aus dem Wortlaut ersichtliche Aussage über den Arbeitnehmer. Doch trotzdem gibt es die (halb)geheimen Codes, die in den Aussagen des Arbeitgebers stecken.

Zufrieden ist nicht gleich zufrieden
Die Codes funktionieren nach dem Wertesystem der Schulnoten eins bis sechs. Diese Noten lassen sich aus der zusammenfassenden Beurteilung des Mitarbeiters ableiten. Als Kernstück wird die sogenannte „Gesamtzufriedenheitsformel“ gesehen. Ein Beispiel für eine Leistungszusammenfassung in einem Zeugnis: „Der Mitarbeiter/ Die Mitarbeiterin erledigte seine/ ihre Aufgaben …

  • …stets zur vollsten Zufriedenheit.“ (Note 1)
    …stets zur vollen Zufriedenheit.“ (Note 2)
    …zu unserer vollen Zufriedenheit.“ (Note 3)
    …zu unserer Zufriedenheit.“ (Note 4)

Genauso verhält es sich bei der Beurteilung der Arbeitsbereitschaft. Schreibt der Arbeitgeber: „Der Mitarbeiter hatte stets eine ausgezeichnete Leistungsmotivation“, so beurteilt er die Bereitschaft mit der Note eins. Schwächt er die Beurteilung schrittweise nach unten ab „…stets eine hohe Leistungsmotivation.“, „…eine gute…“ etc., so sinken auch die Noten nach unten.

Die Botschaft hinter dem geschriebenen Wort
Zu diesen Geheimcodes kommen weitere Verschlüsselungstechniken. Und diese sind es auch, die die meisten Arbeitnehmer fürchten, denn die lassen sich häufig nicht so leicht erkennen.
Eine relativ häufig angewandte Technik ist die „Ausweich-Technik“. Hier werden unwesentlichere oder selbstverständliche Punkte hervorgehoben wie beispielsweise Pünktlichkeit. Dies geschieht dann wie folgt: „Besonders hervorzuheben, ist die stetige Pünktlichkeit des Mitarbeiters“. Klingt auf den ersten Moment eigentlich ganz positiv, oder? Doch die Botschaft, die mitschwingt, hat es in sich. Wenn so eine Selbstverständlichkeit wie die Pünktlichkeit hervorgehoben wird, dann gibt es offensichtlich nichts Weiteres, was bei dem Mitarbeiter gut war.
Auch die Negations-Technik kommt in der Regel häufig vor. Hier wird durch eine doppelte Verneinung die Beurteilung nochmals abgewertet. Gab das Verhalten des Mitarbeiters demnach „keinen Anlass zur Beanstandung“, so kann ihm wiederum wohl auch keine übermäßige Motivation zugeschrieben werden. Es gibt noch weitere zahlreiche Techniken, die in Verbindung mit den Geheimcodes verschiedenste Aussagen über einen ehemaligen Mitarbeiter ausdrücken. Auch mit Ironie wird zum Teil in den Arbeitszeugnissen gearbeitet. Ein Beispiel: „Der Mitarbeiter versuchte sich stets um eine ordnungsgemäße Ausführung seiner ihm aufgetragenen Aufgaben. Die Erfolge sprechen für sich.“ Dem ist wohl wirklich nichts mehr hinzuzufügen.

Wir haben uns zu diesem Thema das Portal arbeitszeugnis.de angeschaut. Hier findest Du, eine wie wir finden sehr gelungene Geheimcode-Liste, welche Du dir unter folgendem Link anschauen kannst: http://www.arbeitszeugnis.de/presse/geheimcodeliste.pdf Zudem findest Du hier weitere Verschlüsselungstechniken (http://www.arbeitszeugnis.de/Der-Arbeitszeugnis-Code.php#Die-Notenskala-im-Zeugnis) und generelle Informationen rund um das Thema Arbeitszeugnis.