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07.07.2021

Mehrheit der Deutschen ist beim Thema LGBTQIA+ ahnungslos

Die Deutschen kennen sich mit dem Thema Queeres Leben kaum aus. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen YouGov-Umfrage[1] anlässlich des Pride Monats, im Auftrag von LinkedIn. Demnach wissen 64 Prozent der Deutschen nicht, wofür LGBTQIA+ steht. Das Akronym wird verwendet, um Menschen in all ihren sexuellen Identitäten zu bezeichnen, wie zum Beispiel Homosexuelle, Transgender, Bi-, Inter- oder Asexuelle.

Über die Hälfte der Deutschen kann den Begriff "queer" nicht definieren und nur vier Prozent der Befragten fühlen sich bei Gesprächen rund um die Themen der Community sicher. Die generelle Unkenntnis ist offenbar auch deshalb so groß, weil die Berührungspunkte so gering sind: Befragt man die Deutschen nach Menschen der LGBTQIA+-Community in ihrem direkten Umfeld, kennt ein Drittel keine einzige Person aus dieser Gruppe.

"Auf dem Weg zu einer wirklich diversen Gesellschaft spielt auch die Arbeitswelt eine wichtige Rolle. Manager:innen und Kolleg:innen können wichtige Verbündete (Allies) sein, damit sich alle - ganz gleich welcher Orientierung - frei entfalten können. Die Atmosphäre und Unternehmenskultur sind allerdings entscheidend dafür, wie akzeptiert sich die Menschen am Arbeitsplatz fühlen", sagt Josh Graff, LinkedIn Managing Director EMEA & LATAM. "Bei meinem eigenen Coming-Out in der Arbeit war ich sehr nervös - letztendlich war es aber eine wirklich positive Erfahrung für mich. Menschen können bei der Arbeit ihr Bestes geben, wenn sie authentisch sind und sich nicht gezwungen fühlen, Teile ihrer Identität zu verbergen."

Gen Z fordert mehr Engagement der Arbeitgeber

Der genaue Blick auf die Zahlen macht eklatante Generationenunterschiede deutlich: Über 80 Prozent der Babyboomer-Generation geben zu, sich mit Queer-Fragen ausdrücklich nicht auszukennen. Ihnen gegenüber steht die Gen Z, die 18- bis 24-Jährigen, von denen Dreiviertel angeben, wenigstens teilweise die Abkürzung entschlüsseln zu können. Für 61 Prozent von ihnen gehört der Begriff "queer" immerhin zur Alltagssprache.

Und so fordert die Generation Z von Unternehmen heute, das Thema LGBTQIA+ deutlich größer zu schreiben. Die LinkedIn Studie hat ergeben, dass nur jede:r Zehnte mit dem Einsatz seines:ihres Arbeitgebers für die queere Community zufrieden ist und sich einen offeneren Umgang wünscht.

Wie lässt sich ein inklusives Arbeitsumfeld schaffen?

Zu den geläufigsten Formen von Diskriminierung gehören systemische wie die Annahme der Heteronormativität: sprich, heterosexuell sein gilt als "normal". Auch der Glaube, dass es nur zwei Geschlechter gibt, mit denen sich Menschen identifizieren (Gender-Binarität), wird von vielen als ausgrenzend empfunden. Hier können Arbeitgeber:innen und Kolleg:innen gegensteuern. Als "Ally" zeigen sie Interesse, hören zu und sind aufgeschlossen gegenüber anderen Geschlechtsidentitäten. Wer sich nicht auskennt, bildet sich weiter. Außerdem helfen "Allies" gegen Sexismen aller Art vorzugehen, indem sie sich aktiv gegen jede Form von Diskriminierung positionieren, sowohl im beruflichen als auch im privaten Umfeld.

Auch LinkedIn geht es um gelebte Gleichheit: "Unsere Vision ist es, wirtschaftliche Chancen für jedes Mitglied der globalen Belegschaft zu schaffen. Wir haben die moralische Verpflichtung, Chancen für Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund und Geschlecht, unterschiedlicher Herkunft und Religion zu schaffen - und zwar für jeden", sagt Josh Graff. "Wir setzen uns für ein Arbeitsumfeld ein, in dem sich jede:r Einzelne dazugehörig fühlt und sein oder ihr authentisches Selbst leben kann."

[1] Im Rahmen der Studie wurden von YouGov im Auftrag von LinkedIn in Deutschland 2070 Erwachsene im Alter von 18 bis 55 Jahren befragt; Erhebungszeitraum: 02. bis 04.06.2021.